Legionellen

Eigenschaften

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die in jeder Form von Wasser bei Temperaturen von
5 – 65°C vorkommen. Sie gehören zu den thermophilen Bakterien, d.h. sie vermehren sich am besten bei Temperaturen von 25 – 50°C (das optimale Wachstum liegt bei 35 – 37°C). Damit können sie sich unter bestimmten Bedingungen in Heißwasseranlagen vermehren und anreichern. Solche Bedingungen sind insbesondere dann gegeben, wenn bei der Heißwassererzeugung 60°C merklich unterschritten werden, was aus Gründen der Energieeinsparung eigentlich wünschenswert ist. Stagnierendes, d.h. in Rohrsträngen über längere Zeiträume stehendes Wasser begünstigt ebenfalls die Anreicherung von Legionellen.

 

Gesundheitsgefährdung

Alle Legionellen sind als potenziell humanpathogen anzusehen. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila (Anteil von etwa 70 – 90 %, je nach Region). Sie ist Erreger der erst 1976 entdeckten Legionellose oder Legionärskrankheit.
Die Infektion erfolgt durch Einatmen von zerstäubtem Wasser und Aerosol, das z.B. beim Duschen entsteht. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht beobachtet worden. Gefährdet sind vor allem Personen mit geschwächtem Immunsystem. Man schätzt, dass in 10 % aller Fälle des Kontaktes mit dem Erreger eine Erkrankung erfolgt. Der Krankheitsverlauf erstreckt sich von Husten, Kopfschmerz und Fieber bis zur schweren Lungenentzündung. Die Mortalität liegt unbehandelt bei 80 % und bei einer Behandlung mit Antibiotika bei 5 – 10 %.